Beschreibung
Der Geologische Landesdienst von Hessen sammelt und bewertet seit über 150 Jahren Daten zur Geologie in Hessen und hält diese Daten verfügbar. Eine wesentliche Grundlage für die Arbeit des Geologischen Dienstes und die Datenbereitstellung für Dritte bildet das analoge Bohrarchiv. Dieses umfasst über 120.000 Schichtenverzeichnisse, d. h. detaillierte punktuelle Beschreibungen des Untergrundes, aus dem Zeitraum von 1822 bis heute. Die früher nur analog vorliegenden Schichtenverzeichnisse erfüllen nicht mehr die Anforderungen an einen modernen geologischen Landesdienst. Interne und externe Kunden des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) benötigen zeitnah homogenisierte Punktinformationen über den Untergrund von Hessen. Digitale geologische Schichtenverzeichnisse sind eine optimale Ergänzung zu den bereits vorliegenden digitalen geologischen Flächeninformationen. Seit Anfang 2003 erfolgt im HLNUG die digitale Erfassung von Schichtenverzeichnissen mit dem kommerziellen Programm GeODin. Die Datenaufnahme erfolgt nach dem hessischen Erfassungsstandard Geologie, der in GeODin in Form eines speziellen Datenmodells (Aufschlusstyp), entsprechender Erfassungsmasken und hinterlegten Begriffslisten integriert ist. Der Einsatz der Bohrdatenbank Hessen (BDH) hat sich im täglichen Einsatz bewährt und erlaubt den Zugriff auf über 100.000 digitale Schichtenverzeichnisse. Neben der Archivierung analoger Datenbestände führt die Überführung von Schichtenverzeichnissen in eine Datenbank zu einer Homogenisierung der Datenbestände. Die Verwendung der strukturierten, hierarchischen Begriffslisten ermöglichen dem Nutzer systematische Recherchen auf dem gesamten Datenbestand durchzuführen. Damit verbunden ist eine den heutigen Ansprüchen genügende Visualisierung von Schichtenverzeichnissen. Die Schichtenverzeichnisse können weiterhin mit Messwerten aus allen Bereichen der Geowissenschaften verknüpft und dargestellt werden. Die Bohrdatenbank stellt somit das grundlegende Standardwerkzeug der geologischen Bearbeitung von Hessen dar. Weiterhin sollen diese Daten künftig über den Geologie-Viewer des HLNUG (geologie.hessen.de) der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Derzeit ist nur eine Stammdatenauswahl öffentlich zugänglich. Um flächendeckend für Hessen Informationen zum geologischen Untergrund in einer standardisierten Form verfügbar zu machen ist es notwendig, die analogen Daten des Bohrarchivs vollständig digital zu erschließen. Im Rahmen des Fachinformationssystems Geologie sollen dafür in den nächsten Jahren weitere ausgewählte Schichtenverzeichnisse extern digitalisiert werden. Weiterhin sollen sämtliche Neueingänge von Schichtenverzeichnissen, die dem HLNUG lt. Geologiedatengesetz (GeolDG) eingereicht werden, digitalisiert werden. Leistungen: - Digitale Erfassung von Schichtenverzeichnissen für 3.000 Bohrungen nach dem beschriebenen Arbeitsablauf. Die durchschnittliche Schichtanzahl pro Bohrung wird dabei auf 10 festgelegt. Wird diese Anzahl überschritten bzw. unterschritten verringert bzw. erhöht sich die Anzahl zu bearbeitender Bohrungen bis zur Erreichung des Durchschnittsbereiches. Die Erfassung beinhaltet das Führen der Metadatentabellen. Bei der Erfassung der Schichtenverzeichnisse kann von 500 Schichtenverzeichnissen aus dem Altdatenbestand ausgegangen werden, bei denen die Stammdaten nur überprüft und ergänzt werden müssen. Bei 2.500 Schichtenverzeichnissen müssen die Stammdaten und Schichtdaten vollständig erfasst werden. Diese werden in der Webanwendung des HLNUG zur Anmeldung geologischer Untersuchungen Bohranzeige Online (www.bohranzeige.de) abgeholt und vollständig mit GeODin erfasst. - Mehrstufige Qualitätssicherung nach dem beschriebenen Verfahren. Die Qualitätssicherung beinhaltet die Führung und Fortschreibung des Regelwerkes zur Erfassung und der Problem-/Fragenlisten. - Bereitstellung und Pflege eines Internet-Projektbüros. Die Leistungen sind im Zeitraum vom 01.02.2024 bis 31.01.2025 zu erbringen. Es besteht die Option zur dreimaligen Verlängerung des Vertrages für die jeweilige Bearbeitung von 3.000 Schichtverzeichnisse bis zu einer max. Vertragslaufzeit von 4 Jahren (max. bis zum 31.01.2028). Option 1. Leistungszeitraum vom 01.02.2025 bis 31.01.2026 Option 2. Leistungszeitraum vom 01.02.2026 bis 31.01.2027 Option 3. Leistungszeitraum vom 01.02.2027 bis 31.01.2028 Der einzusetzende Projektleiter und Stellvertreter muss über umfassende Erfahrungen im Projektmanagement und Qualitätsmanagement verfügen. Bei den Projekten hat es sich um Projekte mit dem Schwerpunkt auf der Datenerfassung in Datenbanken von geologischen Daten zu handeln. (Mindestanforderungen) Für die Datenerfassung sind ausschließlich Geologinnen/ Geologen bzw. Geowissenschaftlerinnen/Geowissenschaftler (Diplom- oder Masterabschluss) einzusetzen, die über Erfahrungen mit dem Programm GeODin System oder GeODin Shuttle der Fa. Fugro Germany Land GmbH verfügen. (Mindestanforderungen) Datenerfassung und Qualitätssicherung sind personell zu trennen.